Träger des Silbernen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich

 

   
     


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Variatio delectat!

(Heinz Novak)
 

 


Laudatio zu seinem 70er

 


von Primar Dr. Anton Decristoforo

Am heutgen Festtag ist – so scheint's -
Geburtstagsfeier für den Heinz
und es gelang mir zu erkunden :
er feiert heute einen „Runden“:
Der Siebzger ist's, der Altenmacher –
nun ist auch Heinz beim Klub der alten Kracher.
Damit's gelingt den Heinz zu loben,
mußt' ich die Reime erst erproben,
die Verse wollten nicht so laufen,
Bleistift lutschen, Haare raufen,
Wörter klauben, Reime suchen.
Ach Gott! Wie oft war mir zum Fluchen!
Ich will auch deshalb nicht berichten
vom großen Weinverbrauch beim Dichten.
Denn schwer ist's schon für den Poeten
die Verse immer so zu kneten,
daß sie der Feier würdig sind
für Heinzi als Geburtstagskind.
Zumal der Dichter, auch betagt,
bei dieser Aufgab' fast verzagt,
weil selber ihn des Alters Bürde behindert,
wenn er dichten würde.
Trotzdem so woll'n wir uns besinnen
und Heinzens Laudation beginnen :
Was rings um Novak Heinz gewesen,
das könnt ihr hören jetzt und lesen
in Reimen wohlgeformt
und klar und alles ist beinahe wahr.
Ich bitte mir verzeihen wollt,
wenn ich zu viel vergessen sollt,
was unser Heinz so stets getrieben
– Ach Gott – wo ist die Zeit geblieben?
Denn zum Erzählen gibt's zuhauf;
zunächst ein kurzer Lebenslauf:
Der Eltern Wiegen in Meran und Wien,
Altvord're aus Böhmen und vom Viertl am Inn:
daß diese Mischung ist gelungen,
sei hier nicht eigens mehr besungen,
ihr könnt ihn hier in vivo sehn,
so gut ist selten was geschehn.
Die Freud' war groß, der Bub war prächtig,
alsbald entwickelt er sich mächtig;
denn unser Heinz, der zeigte früh
zum guten Essen viel Genie,
der gute Knabe hat nun mal
'nen Hang zum Küchenpersonal .
So wuchs der Heinz recht flott heran
und wurd' ein fescher junger Mann.
Nach Innsbruck auf der Puch-Maschin'
fuhr er zum Studium der Medizin.
In fröhlichen Tirolenrunden
verbrachte er so manche Stunden,
und weil er sang mit lauter Stimm'
kriegt er den Übernamen „KIM“.
Doch tat er nicht nur nächtlich schwärmen,
auch Tag und Nacht sehr fleißig lernen,
so daß alsbald als Fleißes Lohn
er „Doktor“ ward nach Promotion.
Zum Turnus er nach Kirchdorf, Wels und Graz marschiert
und wird als Praktikus dort approbiert:
Gemeindearzt zu werden, das hat er im Sinn;
St.Martin wurd's im Viertl am Inn.
Noch war er Junggsell' – frisch und frei,
begeistert bei der Doktorei :
Ob Bluthochdruck, ob Herzversagen,
ob Zuckerkrankheit, G'schwür im Magen,
ob Ulcus cruris, Beinvarizen,
ob Rheuma oder kaltes Schwitzen,
der Heinz verschreibt so manche Pillen
und geht’s nach Doktor Novaks Willen
so wird der Kranke wieder heil zur Gänze
– oder nur zum Teil.
Wenn Bänder, G'lenke oder Knochen
gezerrt, verstaucht, sogar gebrochen,
wird alles wieder auskuriert,
wenn nötig ins Spital kutschiert.
Ob Kopfwehanfall, wirres Hirn,
der Heinz schafft Ordnung in der „Birn“,
für alles hat er einen Rat, er ist ein Mann der guten Tat.
Ein fescher Doktor, vom Scheitel bis zur Sohl',
der Traudl wurd's ums Herz so wohl,
als sie ihn sah, sich nicht lang quälte
und Heinz zum Gatten sich erwählte.
Gemeinsam bauten sie ein Haus
mit Ordination – ein Augenschmaus.
Drei Kinder kamen nacheinander:
ein Dirndl und zwei wackre Mander.
Sechs Enkelkinder sind schon da,
zuletzt der Benjamin - als Stammhalta !
Doch muß ich jetzt auch noch berichten,
der Heinz hat viele weitre Pflichten:
Da ist zunächst wie 'ne Idyll(i)e
Zuerst zu nennen die Familie,
die Enkelkinder zu betreuen,
das kann des Heinzens Herz erfreuen.
Zweitens muß ich auch erzählen
– der Bericht darf hier nicht fehlen –
von Heinzens weitrer Leidenschaft,
es ist die Jagd, die Lust ihm schafft.
Er schießt den Hirsch in Ungarns Forst,
den Reiher nahe seinem Horst,
auf weitem Feld Fuchs, Has' und Reh,
Fasan am Gellert, Enten am See.
Mit viel Gestöhne und Geschnauf
stieg er zum Gamsjagern bergauf.
Er flog nach Afrika-Südwest
zu jagen Kudu, Hartebeest
und Oryx, Gemsbock und das Gnu,
auch noch ein Warzenschwein dazu
sowie noch andre Gazellen
– der Heinz war jagdlich bei den Schnellen -
und dorten in Namibia pirscht selbst er
nach dem Bergzebra,
und auch das Jagdglück hold ihm ward
– er schoß sogar 'nen Leopard.
Berichten muß ich drittens auch von einem weitren Hobbybrauch:
Er ist ein Bastler in der Freizeit
wie's keinen gibt hier weit und breit.
Ob drechseln, mauern, Ofen setzen,
aus’m Fischteich Fische holn in Netzen,
und diese dann zu räuchern oder braten
zählt zu des Heinzen besten Taten.
Alles weiß der Heinz zu machen
und noch viele andren Sachen.
Viertens muß ich auch noch nennen,
wie den Heinz schon alle kennen
als ganz berühmten Fotografen.
Es ist fürwahr ein Mensch zu strafen,
der Heinz will nennen dilettantisch ,
denn seine Fotos sind gigantisch,
von vielen schönen, großen Festen
sind seine Fotos wohl die besten.
Im Schloß St.Martin bei der Herrschaft
als Fotograf der Heinz sich Ehr' schafft.
Fünftens aber muß man auch erwähnen
weitren Freizeitbrauch:
Heinz liest die alte Kriegsgeschichte
sie darf nicht fehlen im Berichte -
gibt’s doch in Heinzens Genealogie
den Stabshornist der (k.k.)Infantrie,
der bei Custozza, Solferino Signale blies
auf dem Clarino und auch erhielt nach einer Weile
des Kaisers goldne Tapferkeitsmedaille.
Seit kurzem nun, ihr wißt es schon,
sind Heinz und Traudl in Pension
und rackern nicht mehr so wie einst,
die gute Traudl und der Heinz.
Vertretung nur und Enkel-sitten
Sonst ist bei beiden Ruh inmitten.
Der gute Heinz, der ist gottlob
Noch immer äußerst rührig,
er läßt nicht nach, er tut als ob,
wenn auch die Sache schwierig.
Nun – die vier Verse sind kein Pfusch,
sind ausgeliehen bei Wilhelm Busch.
Gar vieles wär' noch zu berichten,
doch sind erfüllt des Dichters Pflichten
mit diesem kurzen Überblick
auf Heinzens Leben und Geschick.
Es bleibt mir nur noch eins zu tun,
dann will ich gerne wieder ruh'n.
Wir wollen unser Glas erheben und rufen:
„HEINZ, LANG SOLLST DU LEBEN
NOCH VIELE JAHRE FROH UND HEITER,
BLEIB DER ALTE, MACH SO WEITER !“

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